Eine Sprachbarriere vor der Kirchentür
In Deutschland leben Millionen Menschen, die im Alltag eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Viele von ihnen sind offen für den Glauben, manche suchen ihn sogar ausdrücklich. Doch der Zugang bleibt ihnen oft verwehrt – nicht, weil sie kein Interesse hätten oder Gott nicht suchten, sondern weil niemand ihnen den Glauben in einer Sprache erklärt, die sie wirklich verstehen. Wer über die tiefsten Fragen des Lebens nachdenkt, tut das in seiner Muttersprache. Dort berührt der Glaube das Herz.
Besonders deutlich wird das in den Familien. Die Kinder wachsen mitten in unserer christlich geprägten Kultur auf und feiern in Kindergarten und Schule die Feste des Kirchenjahres mit. Die Eltern aber können ihnen oft nicht erklären, was dahintersteht, weil sie selbst nie die Möglichkeit hatten, es in ihrer Sprache zu erfahren. Die Fragen der Kinder bleiben unbeantwortet, und eine Chance zur Begegnung mit dem Glauben geht verloren.
Christen ohne Inhalte in ihrer Sprache
Unter den Menschen, die zu uns gekommen sind, sind auch viele Christen. Besonders die Zahl der arabischsprachigen Christen in Deutschland ist gewachsen, etwa aus Syrien, dem Irak, dem Libanon oder Ägypten. Viele von ihnen bringen einen tiefen Glauben mit, den ihre Familien über Generationen bewahrt haben, oft unter schwierigen Bedingungen. Doch hier finden sie kaum zeitgemäße katholische Inhalte auf Arabisch, die den Glauben verständlich erklären und mit dem kirchlichen Leben in ihrer neuen Heimat verbinden.
Gerade für ihre Kinder ist das eine Herausforderung. Sie wachsen zwischen zwei Sprachen und zwei Welten auf. Wenn der Glaube nur in der Sprache der Großeltern lebt, die Kinder aber im Alltag Deutsch sprechen, droht er zwischen den Generationen verloren zu gehen.
Wo es kaum christliche Bücher gibt
Über Deutschland hinaus gibt es Länder, in denen christliche Bücher und Inhalte so gut wie gar nicht zu finden sind. In der Türkei etwa, einem Land mit großer christlicher Vergangenheit, in dem der Apostel Paulus unterwegs war und der heilige Nikolaus als Bischof von Myra gewirkt hat, haben die meisten Menschen heute kaum eine Möglichkeit, den christlichen Glauben in ihrer Sprache kennenzulernen. Wer dort mehr über das Christentum erfahren möchte, findet kaum verlässliche, verständliche Quellen.
Ähnliches gilt für viele Persischsprachige, auch für jene, die heute in Europa leben und nach Orientierung suchen. Und selbst in Sprachen mit vielen Katholiken, etwa in Lateinamerika, Brasilien oder Ostafrika, fehlt es oft an Inhalten, die den Glauben modern, ansprechend und zugleich fundiert vermitteln – gerade für junge Menschen und Familien.
„Wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden“
An Pfingsten geschieht etwas, das die Menschen in Jerusalem fassungslos macht: Sie kommen aus vielen Völkern und Ländern, sprechen unterschiedliche Sprachen – und doch versteht jeder die Apostel in seiner eigenen Muttersprache (Apg 2,1–11). Von ihrem ersten Tag an war die Kirche nicht an eine Sprache, ein Volk oder eine Kultur gebunden. Christus hat seine Jünger zu allen Völkern gesandt.
Diesen Auftrag nehmen wir ernst. Wenn Menschen den Glauben nicht kennenlernen können, weil ihnen die Sprache fehlt, dann müssen wir ihn in ihre Sprache bringen.
Himmelspod Erklärt: Glauben verstehen
Mit Himmelspod Erklärt, gefördert von der Priesterausbildungshilfe e.V., entstehen Videos zu den Festen, Heiligen, Bräuchen und Glaubensinhalten der Kirche. Jedes Video erzählt die Geschichte, erklärt die Theologie und zeigt, welche Bedeutung dahintersteht: Was feiern wir hier eigentlich? Woher kommt dieser Brauch? Und was sagt uns das über Gott und über uns selbst?
Dabei bleiben die Videos nicht in der Vergangenheit stehen. Zu jedem Thema gibt es praktische Hinweise, wie der Glaube heute im Alltag lebendig werden kann: in der Familie, im Beruf, im Umgang mit anderen Menschen.
Die Videos sind für die ganze Familie gemacht. Erwachsene können sie für sich allein anschauen und dabei Neues über ihren Glauben lernen. Eltern können sie gemeinsam mit ihren Kindern ansehen und anschließend darüber ins Gespräch kommen. Auch Pfarreien, Schulen und Gruppen in der Katechese können sie nutzen.
Und jedes Video hält eine Überraschung bereit: ein verborgenes Detail, einen Hinweis, etwas, das kaum jemand kennt. So wird aus einem bekannten Fest plötzlich eine neue Entdeckung – auch für jene, die glauben, schon alles darüber zu wissen.
Zwölf Sprachen, eine Botschaft
Die Videos entstehen auf Deutsch und sollen in elf weitere Sprachen übertragen werden: Englisch, Italienisch, Spanisch, brasilianisches Portugiesisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch, Arabisch, Türkisch, Farsi und Suaheli. Damit erreichen sie Menschen in Deutschland und Europa ebenso wie in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten.
Jede Übersetzung ist dabei mehr als eine Übertragung von Worten. Texte, Bildtafeln und Sprecheraufnahmen werden für jede Sprache sorgfältig neu erarbeitet, damit die Botschaft nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell verstanden wird. Die Videos sind frei zugänglich – für Familien, Gemeinden, Schulen und alle, die nach Gott fragen.
Bildung als Teil der Verkündigung
Den Glauben weiterzugeben bedeutet auch, ihn zu erklären. Wer versteht, warum wir Feste feiern, wer die Heiligen waren und was die Kirche lehrt, kann den Glauben bewusst leben und anderen davon erzählen. Himmelspod Erklärt versteht sich deshalb als Bildungsangebot im Dienst der Verkündigung: Es öffnet Türen für Menschen, die den Glauben kennenlernen möchten, und stärkt jene, die bereits glauben, aber ihre eigenen Wurzeln besser verstehen wollen.
„Warum feiern wir eigentlich St. Martin?“
Wie das im Alltag aussieht, zeigt ein Beispiel: Im November kommen Kinder mit selbst gebastelten Laternen aus dem Kindergarten nach Hause. Sie singen Martinslieder und erzählen begeistert von einem Mann auf einem Pferd, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Viele Eltern, die erst seit einigen Jahren in Deutschland leben, stehen dann ratlos da: Wer war dieser Martin? Warum laufen alle mit Laternen durch die Straßen? Und was hat das mit dem Glauben zu tun?
Wenige Wochen später stellt der Nikolaustag dieselben Familien vor die nächste Frage. Warum stellen die Kinder ihre Stiefel vor die Tür? Und wer war der heilige Nikolaus, der so oft mit dem Weihnachtsmann verwechselt wird, obwohl er mit ihm nichts gemein hat? So geht es vielen Familien auch mit Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Mariä Himmelfahrt und vielen anderen Festen und Bräuchen, die unser Jahr prägen.
Genau hier setzt Himmelspod Erklärt an. Ein Video in der eigenen Sprache, gemeinsam angeschaut, beantwortet die Fragen der Kinder – und oft auch die der Eltern. Was der heilige Martin über das Teilen lehrt oder der heilige Nikolaus über das Schenken im Verborgenen, lässt sich dann ganz konkret in das eigene Leben übertragen.
Was kostet eine Staffel?
Wir möchten Ihnen offen zeigen, wofür Ihre Spende eingesetzt wird. Jede Staffel umfasst fünf Folgen. Jede Folge entsteht zuerst auf Deutsch: Dabei werden Drehbuch, Bilder, Filmszenen und Werbematerialien einmal erarbeitet. Für jede weitere Sprache werden die Texte übersetzt, Bildtafeln und Werbematerialien angepasst, die Sprachaufnahme erstellt und der Film neu geschnitten. Sprachen mit eigener Schrift, die von rechts nach links gelesen wird, wie Arabisch und Farsi, erfordern dabei deutlich mehr Aufwand.
Deutsche Grundproduktion inkl. Werbematerialien: 3.760 € je Folge · 18.800 € je Staffel · 132,5 Arbeitsstunden
9 Sprachen (Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch, Türkisch, Suaheli): je 625 € je Folge · 28.125 € je Staffel · 202,5 Arbeitsstunden
2 Sprachen mit eigener Schrift (Arabisch, Farsi): je 730 € je Folge · 7.300 € je Staffel · 55 Arbeitsstunden
Gesamt: 10.845 € je Folge in allen zwölf Sprachen · 54.225 € für die ganze Staffel · 390 Arbeitsstunden
Mit wachsender Erfahrung werden die Abläufe schneller und die Kosten je Folge sinken. Was dadurch frei wird, fließt vollständig in diese Staffel und, sobald sie finanziert ist, in die nächste.
Jeder Betrag bringt den Glauben in eine neue Sprache
Sie müssen keine ganze Folge finanzieren, um viel zu bewirken. Jede Spende wird Teil eines Films, den Familien in ihrer Muttersprache sehen können.
5 € – damit erscheinen rund zehn Sekunden Film in einer neuen Sprache. Das klingt wenig, doch wenn 125 Menschen je 5 € geben, kann eine ganze Folge in einer neuen Sprache entstehen.
20 € – damit ermöglichen Sie rund 40 Sekunden Film, etwa die Antwort auf die Frage eines Kindes, warum wir ein Fest feiern. Gemeinsam mit 31 weiteren Spendern finanzieren Sie eine vollständige Folge in einer neuen Sprache.
50 € – damit entstehen rund eineinhalb Minuten, genug für eine der Überraschungen, die jede Folge bereithält. 13 Spenden in dieser Höhe bringen eine ganze Folge in eine neue Sprache.
100 € – damit schenken Sie mehr als drei Minuten Film, ein ganzes Kapitel einer Folge. Schon sieben Spender mit je 100 € ermöglichen eine vollständige Folge, zum Beispiel auf Türkisch, Spanisch oder Suaheli.
625 € – damit erscheint eine ganze Folge in einer neuen Sprache, auf Arabisch oder Farsi mit 730 €. Mit 3.125 € finanzieren Sie eine komplette Staffel in einer Sprache, auf Arabisch oder Farsi mit 3.650 €.
Regelmäßig helfen: Mit 5 € im Monat ermöglichen Sie in einem Jahr zwei Minuten Film in einer neuen Sprache. Im PayPal-Fenster können Sie Ihre Spende ganz einfach als monatliche Spende einrichten.
Für welche Sprache möchten Sie spenden?
Sie können Ihre Spende einer bestimmten Sprachfassung widmen. Geben Sie dazu bei Ihrer Überweisung im Verwendungszweck eines der folgenden Kennwörter an:
SPRACHE-EN Englisch · SPRACHE-IT Italienisch · SPRACHE-ES Spanisch · SPRACHE-PT Portugiesisch (Brasilien) · SPRACHE-FR Französisch · SPRACHE-NL Niederländisch · SPRACHE-PL Polnisch · SPRACHE-AR Arabisch · SPRACHE-TR Türkisch · SPRACHE-FA Farsi · SPRACHE-SW Suaheli
Ohne Angabe setzen wir Ihre Spende dort ein, wo sie für die Übersetzungen am dringendsten gebraucht wird. Ihren Sprachwunsch berücksichtigen wir gern. Sollte die gewählte Sprachfassung bereits vollständig finanziert sein, verwenden wir Ihre Spende für die Übersetzung in eine andere Sprache innerhalb dieser Aktion.
Helfen Sie uns, den Glauben zu teilen
Wir bilden Seminaristen aus aller Welt aus, damit sie als Priester in ihrer Heimat das Evangelium verkünden – in Venezuela, in Kenia und in vielen anderen Ländern. Mit dieser Aktion tragen wir dieselbe Botschaft auf einem weiteren Weg zu den Menschen: in ihrer Sprache, dort, wo sie heute Antworten suchen. Ob in der Nachbarschaft hier in Deutschland oder in Ländern, in denen es kaum christliche Inhalte gibt.
Ihre Spende ermöglicht die Produktion, die Übersetzung, die Sprachaufnahmen und die Bearbeitung der Videos in neuen Sprachen. Jede Sprachfassung öffnet die Tür für Menschen, die den Glauben bisher nicht kennenlernen konnten. Wie der heilige Martin seinen Mantel geteilt hat, so möchten wir den Schatz unseres Glaubens teilen.
Bitte begleiten Sie dieses Werk mit Ihrem Gebet und, wenn möglich, mit einer Spende.
Danke für Ihre Verbundenheit!
