Fasten als Manipulation – Der falsche Handel mit Gott

März 31, 2025

Fasten ist ein Akt der Umkehr. Doch wie oft denken wir, wenn wir genug verzichten, dann wird Gott uns für unseren „Opfer“ etwas zurückgeben? Wir glauben, dass unser Verzicht eine Art Handel ist: „Ich gebe auf, also musst Du mir antworten.“

Doch Gott lässt sich nicht manipulieren. In Jesaja 58,4 sagt der Herr: „Seht, ihr fastet und es gibt Streit und Zank und ihr schlagt zu mit roher Gewalt. So wie ihr jetzt fastet, verschafft ihr eurer Stimme droben kein Gehör“. Verzicht ist keine Währung, mit der wir Gott bestechen können.

Die Versuchung, Gott zu kontrollieren

Es ist verführerisch, Fasten als einen Weg zu sehen, Gott dazu zu bringen, uns unsere Wünsche zu erfüllen. Doch dieser Gedanke verwandelt das Fasten in ein Geschäft: Wir erwarten, dass unser Verzicht uns etwas einbringt. Wenn wir fasten, um „etwas zu verdienen“, dann verlieren wir die wahre Bedeutung des Verzichts aus den Augen.

Doch Gott handelt nicht nach unseren Erwartungen. In 2. Chronik 7,14 heißt es: „und mein Volk, über das mein Name ausgerufen ist, sich demütigt und betet, mich sucht und von seinen schlechten Wegen umkehrt, dann höre ich es im Himmel. Ich verzeihe seine Sünde und bringe seinem Land Heilung“. Selbst Jesus wurde versucht, den Vater für sein Fasten um eine Bestätigung zu bitten. Doch er wies die Versuchung zurück: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen“ (Mt 4,7).

Fasten ist kein Mittel, um Gott zu zwingen, uns zu antworten. Es ist eine Einladung, unser Herz zu prüfen und uns Gott anzunähern. Gott sucht keine Opfer, sondern eine aufrichtige Hingabe.

Fasten als wahre Umkehr

„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken“ (Mt 11,28)

Fasten ist ein Weg, sich von den eigenen Forderungen zu lösen und Gott zu vertrauen, ohne etwas zu erwarten. Wir sollen nicht fasten, um eine Belohnung zu erhalten, sondern um uns auf Gott auszurichten. Wenn unser Verzicht uns von anderen abhebt oder uns glauben lässt, wir hätten Gott dadurch mehr verdient, dann haben wir den wahren Sinn des Fastens verfehlt.

Der wahre Sinn des Fastens

Fasten ist nicht die Kunst des Verzichts, sondern die Kunst des Vertrauens. Fasten heißt: „Herr, ich brauche Dich mehr als alles andere.“ Kein Handel, keine Forderungen – nur Hingabe. In dem Sinne: „Lasst uns also voll Zuversicht hinzutreten zum Thron der Gnade“ (Hebr 4,16)!

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