Autor: Lukasz Holfeld
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Fastenzeit und Lachen – Passt das zusammen?

Darf man in der Fastenzeit lachen? Ist das nicht unpassend, unernst, vielleicht sogar respektlos? Wer fastet, soll sich doch besinnen, innehalten, Buße tun. Die Fastenzeit ist eine Zeit der Umkehr, nicht der Heiterkeit. Oder doch?
Lachen als Gefahr?
Es gibt eine Art von Lachen, die tatsächlich fehl am Platz ist. Das Lachen, das verhöhnt, das verspottet, das über das Heilige lacht. Das Lachen, das ablenkt, weil es nicht ernst nehmen will, weil es sich nicht stellen will. Wer lacht, um nicht nachzudenken, der weicht aus. Wer lacht, um nicht fühlen zu müssen, der verfehlt das Ziel.
Es gibt sogar ein Lachen, das zerstört. Das sich über andere erhebt, das niederreißt. Das Lachen des Spötters, der nichts mehr glaubt, der nichts mehr ernst nimmt. Dieses Lachen entfernt vom Glauben und ist ein falsches Lachen.
Lachen als Gabe
Lachen ist aber eine Gabe. Es löst die Spannung, es befreit. Es nimmt nicht die Dinge leicht, sondern es nimmt die Schwere, wo sie nicht sein muss. Wer fastet und in die innere Wüste hinausgeht, der kann daran verzweifeln oder er kann in allem auch die Freude Gottes sehen.
Ein Christ, der nie lacht, hat etwas falsch verstanden. Ein Christ, der nur lacht, aber nicht nachdenkt, ebenfalls. Der rechte Weg liegt dazwischen.
Jesus und die Freude
Hat Jesus gelacht? Die Evangelien sagen es nicht ausdrücklich, aber sie zeigen einen, der bei Hochzeiten feiert (Joh 2,1-2), der mit Kindern spielt (Mk 10,14), der mit Jüngern isst (Mt 26,26). Einer, der voller Leben ist. Und das Leben, das Gott schenkt, ist nicht Last. Es ist Freude.
Er ruft zur Umkehr, von Kreuz und Nachfolge, das ist wahr. Aber er spricht auch von Freude, von Liebe, von Hoffnung. Er sagt nicht: „Leidet, weil es leiden ist.“ Sondern: „Tragt das Kreuz, weil danach das Leben kommt.“
Und genau das ist die Fastenzeit. Nicht ein dunkles Tal ohne Licht, sondern der Weg zum Morgen.
Fasten mit Freude
Fasten ist nicht nur Verzicht, sondern Bereinigung. Es nimmt weg, was zu viel ist. Es schafft Raum für das Wesentliche. Und was ist wesentlicher als Gott?
Und Gott ist Freude. Wer fastet, um freier zu werden, kann auch lachen. Wer nur noch Schwere kennt, hat das Ziel aus den Augen verloren. Lachen über sich selbst, wenn die eigenen Schwächen sichtbar werden. Lachen, weil Gott größer ist als alle Sünden. Lachen, weil Ostern kommt.
Denn am Ende der Fastenzeit steht nicht der Tod, sondern der Auferstandene. Und „dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude“ (Joh 16,22).
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