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Die Sprache des Herzens: Warum der Glaube in jeder Sprache erklärt werden muss

Millionen Katholiken in Deutschland leben ihren Glauben in einer Sprache, die nicht ihre Muttersprache ist. Mit „Himmelspod Erklärt“ will die Priesterausbildungshilfe das ändern – in zwölf Sprachen.

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Marco Antonio Di Prato
7 min Lesezeit
Die Sprache des Herzens: Warum der Glaube in jeder Sprache erklärt werden muss
Priesterausbildungshilfe e.V.

Sonntagmorgen in einer Kirche in Deutschland. In einer der hinteren Bänke sitzt eine Frau, die jeden Sonntag kommt, den Rosenkranz in der Hand. Von der Predigt versteht sie fast nichts, denn sie spricht kaum Deutsch. Am Abend fragt in einer anderen Wohnung ein kleiner Junge seinen Vater: „Ist Opa jetzt im Himmel?“ Der Vater sucht nach Worten und findet keine.

Diese Szenen stammen aus dem Film „Die Sprache des Herzens“, mit dem die Priesterausbildungshilfe e.V. ihre Spendenaktion „Glauben in jeder Sprache“ vorstellt. Den Film können Sie auf YouTube ansehen und teilen.

▶ Den Film „Die Sprache des Herzens“ auf YouTube ansehen
♥ Direkt für das Projekt spenden: Spendenkampagne „Glauben in jeder Sprache“

Das Problem: Glauben ohne Worte

Rund 3,5 Millionen Katholiken in Deutschland haben nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz eine ausländische Staatsangehörigkeit, Tendenz steigend. Im Bistum Mainz etwa hat rund ein Viertel der Katholiken eine andere Muttersprache als Deutsch. Muttersprachliche Gemeinden leisten viel, aber sie können nicht überall sein.

Am deutlichsten zeigt sich das in den Familien. Die Kinder feiern in Kindergarten und Schule St. Martin, Nikolaus und Weihnachten mit und fragen zu Hause: Wer war dieser Martin? Warum ist Jesus am Kreuz gestorben? Viele Eltern können nicht antworten, weil sie den Glauben selbst nie in ihrer Sprache erklärt bekommen haben. Besonders schwer haben es Christen, für deren Sprache es kaum Angebote gibt, etwa die vielen arabischsprachigen Christen, die aus Syrien und dem Irak zu uns gekommen sind. Im Irak lebten vor 2003 rund eine Million Christen; heute ist es weniger als ein Prozent der Bevölkerung.

Und auch viele Deutsche kennen diese Erfahrung, nur umgekehrt: Wer im Ausland lebt, kommt im Alltag oft zurecht, sucht aber für die großen Fragen des Glaubens die Sprache, in der er beten gelernt hat.

Die Antwort: „Himmelspod Erklärt“

Hier setzt die Videoreihe „Himmelspod Erklärt“ an, die von der Priesterausbildungshilfe gefördert wird. Jede Folge erzählt die Geschichte eines Festes, eines Heiligen oder eines Glaubensinhalts, erklärt die Theologie dahinter und zeigt, was das für unser Leben heute bedeutet, mit ganz praktischen Hinweisen für den Alltag in Familie, Schule und Beruf. Die Folgen sind spannend erzählt wie ein Film, und in jeder versteckt sich ein Detail, das selbst Kenner überrascht.

Die Reihe ist für die ganze Familie gedacht: für Erwachsene, die ihren Glauben vertiefen möchten, für Eltern, die sie gemeinsam mit ihren Kindern ansehen, und für Pfarreien, Schulen und Gruppen in der Katechese. Als Themen sind unter anderem geplant:

Feste und Zeiten: St. Martin, St. Nikolaus, die Adventszeit, Weihnachten und die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige, Ostern, Pfingsten und Allerheiligen

Heilige aus aller Welt:

  • Martin von Tours, der Soldat, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte
  • Nikolaus von Myra, der Bischof aus der heutigen Türkei, der im Verborgenen schenkte
  • Elisabeth von Thüringen, die Königstochter, die ihr Leben den Armen widmete
  • Barbara, deren Zweige am 4. Dezember geschnitten werden und an Weihnachten blühen
  • Lucia, die mit ihrem Lichterkranz durch die dunkelste Zeit des Jahres führt
  • Franz von Assisi, der die erste lebendige Krippe aufstellte
  • Patrick, der als Jugendlicher nach Irland verschleppt wurde und freiwillig zurückkehrte
  • Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“
  • Hildegard von Bingen, Äbtissin, Ärztin, Komponistin und Kirchenlehrerin
  • Antonius von Padua, der Helfer, den viele beim Suchen anrufen
  • Josephine Bakhita, die als Kind aus dem Sudan in die Sklaverei verschleppt wurde und in Italien zur Ordensfrau wurde
  • Charbel Makhlouf, der Mönch aus dem Libanon, zu dem Christen und Muslime gleichermaßen pilgern
  • Teresa von Ávila, die Mystikerin aus Spanien und Kirchenlehrerin
  • Josemaría Escrivá, der lehrte, dass man im ganz normalen Alltag heilig werden kann
  • Mutter Teresa, die in Kalkutta den Ärmsten der Armen diente
  • Carlo Acutis, der junge Italiener, der das Internet für den Glauben nutzte

Jede Folge entsteht zuerst auf Deutsch. Danach soll sie in elf weitere Sprachen übertragen werden: Englisch, Italienisch, Spanisch, brasilianisches Portugiesisch, Französisch, Niederländisch, Polnisch, Arabisch, Türkisch, Farsi und Suaheli. Dabei werden nicht nur Texte übersetzt: Bildtafeln, Sprachaufnahmen und Schnitt werden für jede Sprache neu erarbeitet, damit die Botschaft auch kulturell ankommt. Alle Videos sind frei zugänglich.

Unterstützen Sie uns

Schenken Sie Berufungen eine Zukunft

Die Priesterausbildungshilfe fördert die Ausbildung von Priestern – besonders dort, wo die Mittel knapp sind. Jede Spende kommt direkt der Ausbildung zugute.

Damit das gelingen kann, haben wir die Spendenkampagne „Glauben in jeder Sprache – Staffel 1“ gestartet. Über sie können Sie direkt und zweckgebunden für die Übersetzungen der Reihe spenden.

Warum das Projekt so wichtig ist

  • Weil Glaube Wissen braucht. Wer versteht, warum wir Feste feiern und wer die Heiligen waren, kann seinen Glauben bewusst leben und weitergeben.
  • Weil der Glaube sonst zwischen den Generationen verloren geht. Wenn Eltern die Fragen ihrer Kinder nicht beantworten können, bricht eine Kette ab, die oft über Jahrhunderte gehalten hat.
  • Weil es für viele Sprachen kaum Angebote gibt. Gerade auf Arabisch, Farsi oder Türkisch fehlt es an zeitgemäßen katholischen Inhalten für Familien.
  • Weil es Brücken baut. Die Videos erklären die Feste, die Kinder in Kindergarten und Schule erleben, und verbinden Familien so mit der Kirche und der Kultur ihrer neuen Heimat.
  • Weil es über Deutschland hinaus wirkt. Die Sprachfassungen erreichen auch Menschen in Lateinamerika, Afrika und dem Nahen Osten, in Ländern, in denen es kaum christliche Bücher gibt.

Wie eng Glaube und Muttersprache zusammengehören, zeigt ein Satz, den Bischof Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, in einem Grußwort zitiert. Eine Gläubige aus einer muttersprachlichen Gemeinde seines Bistums sagte zu ihm:

„In meiner Muttersprache ist mir der liebe Gott am nächsten.“

Bätzing schreibt dazu, es sei der Bischofskonferenz ein großes Anliegen, dass alle Menschen, in Deutschland und überall in der Welt, den Glauben in ihrer Muttersprache praktizieren und bekennen können. Weihbischof Matthias König griff im selben Zusammenhang das Bild von der Muttersprache als „Sprache des Herzens“ auf, in der man betet und glaubt. Für Deutsche im Ausland unterstützt das Katholische Auslandssekretariat der Bischofskonferenz seit 1921 Gemeinden in ihrer Muttersprache, heute rund 90 weltweit. Und im September 2024 hat die Bischofskonferenz „Leitlinien für die Seelsorge in anderen Sprachen und Riten“ veröffentlicht.

Das Anliegen ist so alt wie die Kirche selbst. An Pfingsten hörte jeder die Apostel in seiner eigenen Muttersprache von Gottes großen Taten sprechen (Apg 2,1–11). Gott machte aus den vielen Sprachen nicht wieder eine einzige. Er kam zu den Menschen, in ihre Sprache.

Was eine Staffel kostet

Eine Staffel umfasst fünf Folgen. Die Priesterausbildungshilfe legt offen, wofür die Spenden eingesetzt werden:

  • Deutsche Grundproduktion: 3.760 € je Folge
  • Jede weitere Sprache: 625 € je Folge
  • Arabisch und Farsi (eigene Schrift, von rechts nach links): 730 € je Folge
  • Gesamt: 10.845 € je Folge in allen zwölf Sprachen, 54.225 € für die ganze Staffel

Schon 5 € ermöglichen rund zehn Sekunden Film in einer neuen Sprache. Wenn 125 Menschen je 5 € geben, kann eine ganze Folge in einer neuen Sprache entstehen.

So können Sie helfen

Direkt spenden über unsere Spendenkampagne: Auf der Seite „Glauben in jeder Sprache – Staffel 1“ können Sie mit wenigen Klicks online per PayPal spenden, auf Wunsch auch als monatliche Spende. Dort sehen Sie auch, wie weit die Kampagne schon gekommen ist.

Oder per Überweisung:
Empfänger: Priesterausbildungshilfe e.V.
IBAN: DE26 3706 0193 0015 9760 39
BIC: GENODED1PAX
Pax-Bank für Kirche und Caritas eG
Verwendungszweck: HimmelsPod Erklärt

Wenn Sie Ihre Spende einer bestimmten Sprache widmen möchten, ergänzen Sie im Verwendungszweck das Kennwort, zum Beispiel SPRACHE-AR für Arabisch oder SPRACHE-TR für Türkisch. Alle Kennwörter finden Sie auf der Seite der Spendenkampagne.

Und Sie können ohne Geld helfen: Schauen Sie sich den Film „Die Sprache des Herzens“ auf YouTube an, abonnieren Sie unseren Kanal und teilen Sie das Video mit Freunden, in Ihrer Gemeinde und in Ihren Gruppen. Vielleicht kennen Sie selbst jemanden, der seinen Glauben in einer fremden Sprache lebt, und vielleicht wartet genau diese Person auf eine Antwort.

Manchmal ist die größte Hilfe ganz einfach: verstanden zu werden.

Quellen

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Über Marco Antonio Di Prato

Marco Antonio Di Prato lebt in Bonn und verbindet in seiner Arbeit Glauben, Medien und Unternehmergeist. Als Geschäftsführer der Priesterausbildungshilfe e.V. setzt er sich dafür ein, dass Seminaristen und Priester aus aller Welt an der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom studieren können. International ist der Verein als „Catholic Vocation Fund“ bekannt, getreu dem Leitwort „Apostel für die Welt“.

Aus dieser Arbeit sind mehrere Medienprojekte entstanden, an denen er maßgeblich mitwirkt: GodMag, der Video-Podcast „Himmelspod Erklärt“, der Heilige, Feste und Glaubensinhalte für die ganze Familie verständlich macht, sowie Buch- und Interviewproduktionen, etwa zur Enzyklika Magnifica Humanitas. Als Initiator des Catholic Innovation Hub bringt er junge katholische Entwickler und Ingenieure zusammen, die moderne Konzepte für den Kirchenraum entwickeln, ohne den Glauben zu verändern.

Beruflich ist er zudem Geschäftsführer der Himmelfreund DP GmbH, die eigene Plattformen und Apps entwickelt, und als Unternehmensberater für internationale Kooperation tätig. Unter seinem Namen veröffentlicht er außerdem Lobpreismusik, zuletzt das Adventsalbum „Maranatha – Komm, Herr“.

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