Magazin

Fasten ohne Gefühl – bringt das überhaupt etwas?

Die Wochen sind vergangen. Keine Schokolade, kein Alkohol, kein Ablenkungskonsum. Man steht früher auf, betet mehr, sagt häufiger „nein“. Und trotzdem passiert nichts. Kein Feuer, keine innere Bewegung, keine Ahnung, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. Es bleibt still. Trocken und leer. Genau da beginnt die Frage: Was ist dieses Fasten wert, wenn es

L
Lukasz Holfeld
2 min Lesezeit

Fasten ohne Gefühl – bringt das überhaupt etwas?lent-4792630_1280 Author congerdesign

Die Wochen sind vergangen. Keine Schokolade, kein Alkohol, kein Ablenkungskonsum. Man steht früher auf, betet mehr, sagt häufiger „nein“. Und trotzdem passiert nichts. Kein Feuer, keine innere Bewegung, keine Ahnung, wozu das Ganze eigentlich gut sein soll. Es bleibt still. Trocken und leer.

Genau da beginnt die Frage: Was ist dieses Fasten wert, wenn es sich nach nichts anfühlt? Wenn man nicht näher bei Gott ist, nicht friedlicher, nicht klarer? Es ist leicht, sich selbst aufzugeben, wenn nichts zurückkommt. Kein Dank, keine Frucht, kein Trost. Der Alltag läuft weiter, man fastet, aber der Himmel schweigt.

Fasten ohne Gefühl – bringt das überhaupt etwas?

Glaube ohne Trost – gibt es das?

Das Evangelium kennt diese Dunkelheit. Es erzählt nicht nur von Heilungen und Offenbarungen, sondern auch von Stille. Von Nächten, in denen Jesus allein betet (Lk 6,12). Von der Wüste, in der er hungert (Mt 4,1–2). Von Gethsemane (Mt 26,36–46). Vom Kreuz (Mt 27,33–50; Mk 15,22–37; Lk 23,33–46; Joh 19,17–30). Auch das ist Teil des Weges.

Unterstützen Sie uns

Schenken Sie Berufungen eine Zukunft

Die Priesterausbildungshilfe fördert die Ausbildung von Priestern – besonders dort, wo die Mittel knapp sind. Jede Spende kommt direkt der Ausbildung zugute.

Und wer diesen Weg mitgeht, zeigt mehr als Entschlossenheit. Er zeigt Reife. Denn Glauben heißt nicht, sich gut zu fühlen. Glauben heißt: weitermachen, auch ohne Gefühl. Dranbleiben, auch ohne Antwort. Verzichten, ohne zu wissen, wozu. Das ist kein Scheitern – das ist Stärke. Wer fastet, obwohl er nichts davon hat, hat verstanden, worum es geht, weil Fasten nicht auf unmittelbare Belohnung abzielt, sondern auf die innere Entscheidung, freiwillig zu verzichten. Es ist ein Akt der Hingabe, der uns auch in der Stille und Leere näher zu Gott führt.

Fasten ohne Gefühl – bringt das überhaupt etwas?lent-2107697_1280 Author Gastonprz

Die Leere ist kein Irrtum

Vielleicht ist es sogar gerade die Leere, die das Fasten echt macht. Denn wenn es keine Belohnung gibt, bleibt nur die Entscheidung. Und die zählt für Gott. Wer seine eigene Bequemlichkeit überwindet, ohne Bestätigung, ohne Applaus, lebt gegen den Strom.

Nicht jede Fastenzeit bringt spürbare Frucht. Manche Jahre bleiben leer. Und trotzdem geschieht etwas – aber nicht sichtbar. Vielleicht ist gerade das das Geheimnis. Dass Gott wirkt, auch wenn wir es nicht merken. Und dass Gnade nicht an das Gefühl gebunden ist. Wer fastet, ohne Trost, fastet tiefer. Ohne Motivation von außen. Ohne geistliches Hoch. Einfach so. Aus Überzeugung.

Ob es sich lohnt? Es lohnt sich immer, treu zu bleiben. Gerade dann, wenn nichts zurückkommt. Das ist keine Niederlage – das ist der härteste Teil des Glaubens. Und vielleicht der wahrhaftigste, denn „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20,29).

L

Über Lukasz Holfeld

Redakteur / Autor bei der Priesterausbildungshilfe.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten aus Kirche und Gesellschaft direkt in Ihr Postfach.

Völlig kostenlos. Abmeldung jederzeit mit einem Klick möglich.

Kommentare (0)

Du kannst auch als Gast kommentieren. Wir senden dir eine E-Mail zur Bestätigung; danach wird dein Kommentar von der Redaktion geprüft.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden geladen...

Bleiben Sie auf dem neuesten Stand – melden Sie sich für unseren Newsletter an